Woher kommt der Hype um die deutschen Supermärkte?
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| DISCOUNTER Aldi und Lidl wachsen in den USA mit exakt dem Konzept, das sie in Deutschland großgemacht hat: wenige Produkte, kleine Preise. Warum dieser Ansatz ausgerechnet in Amerika gerade jetzt so gut funktioniert. |
| DOSENTOMATEN, BANANEN und Weihnachtsplätzchen fliegen über das Kassenband in den Einkaufswagen. Der Scanner der Kassiererin piept – wahnsinnig schnell, etwa einmal pro Sekunde. Zwischendurch ruft sie zur Schlange nach hinten: „Warentrenner benutzen!“ Kein freundlicher Wortwechsel, keine Hilfe beim Packen, wie es sonst in amerikanischen Supermärkten üblich ist. Bei Aldi in Brooklyn geht es deutsch zu. Aldi Süd in den USA boomt. Seit 2020 sind die Lebensmittelpreise in den USA um 29 Prozent gestiegen; immer mehr Verbraucher achten beim Einkauf aufs Geld. Mit der Zollpolitik hat US-Präsident Donald Trump die Situation mit ohnehin teuren Waren noch verschlimmert. So punktet in den USA nicht nur Aldi, sondern auch der deutsche Konkurrent Lidl mit den gewohnt niedrigen Preisen. Dessen Filiale in Brooklyn liegt nur 300 Meter entfernt von der des Rivalen – direkter Wettbewerb in der Nachbarschaft. |
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| Was am deutschen Modell funktioniert: Die Discounter setzen auf wenige, überwiegend eigene Produkte und halten damit ihre Kosten deutlich niedriger als klassische US-Supermärkte. Das macht die Läden übersichtlich und für viele Haushalte mit knapperem Budget attraktiv. Während die Kundenzahlen in der gesamten US-Lebensmittelbranche in den Monaten Januar bis Oktober 2025 nur um durchschnittlich 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stiegen, lagen Aldis Zuwächse bei rund acht Prozent über dem Vorjahr. Das geht aus einer Analyse von Placer.ai hervor, das auf die Erfassung von Besucherfrequenzen in Restaurants und Geschäften spezialisiert ist. Hierfür wertet das Unternehmen unter anderem Handydaten aus. |
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| Dass die deutschen Marken ausgerechnet jetzt in den Vereinigten Staaten so erfolgreich sind, ist kein Zufall. „Aldi und Lidl haben ihre Expansion dort beschleunigt – zu einem Zeitpunkt, an dem ihr Preis- Leistungs-Versprechen genau dem entspricht, was Kundinnen sich aktuell von Supermärkten wünschen“, sagt Elizabeth Lafontaine, die den Forschungsbereich bei Placer.ai leitet. „Eine gute Produktauswahl zu günstigen Preisen hat viele überzeugt und beiden Händlern geholfen, schnell Fuß zu fassen.“ Während in amerikanischen Supermärkten oft Zehntausende verschiedene Produkte angeboten werden, beschränken sich die Discounter oft auf wenige Tausende. Mit mittlerweile mehr als 2.400 Filialen ist Aldi Süd die drittgrößte Supermarktkette des Landes. Bis 2028 will das Unternehmen 800 weitere Läden in den USA eröffnen. Lidl ist mit landesweit 190 Läden kleiner, möchte aber auch expandieren, wenngleich nicht so ambitioniert wie der Konkurrent. Die Gruppe konzentriert sich dabei auf städtische Regionen an der Ostküste; im Jahr 2025 wurden 14 neue Geschäfte eröffnet. Die Analysen von Placer.ai bestätigen, dass auch hier die Zahl der Kunden stärker wächst als die Branche insgesamt. Der Erfolg der deutschen Unternehmen bringt die amerikanische Konkurrenz bereits zum Umdenken. Branchenanalysten gehen davon aus, dass andere Ketten wie Safeway oder Target ihre Eigenmarken ausbauen oder ihr Sortiment punktuell verkleinern werden – Schritte, die vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen wären. |